Klasse 4b als Umweltreporter auf Spurensuche

Spuren am Wasser fotografiert von der Gruppe Teamcream

Mit der Klasse 4b der Christian-Morgenstern-Grundschule begaben wir uns auf Spurensuche am Ammersee. Hierbei ging es schon in der Vorbereitung nicht nur ausschließlich um Tierspuren. Im Klassenzimmer fanden wir einige Spuren aus der Natur, die die Kinder täglich in ihrem Schulalltag benötigen, z.B. Holzmöbel und Papier. Uns beschäftigten aber auch die Fragen:  Aus was wird eine Plastikflasche gemacht? Hier kamen erst einmal die Wenigstens darauf, dass der Rohstoff, den man dafür verwendet auch aus der Natur kommt. Und zwar das Erdöl. Letzten Endes definierten wir auch dies als Spuren aus der Natur.

Warum auf Spurensuche? Wer sich anfängt bewusst zu werden, was für Auswirkungen unsere Spuren auf die Natur und somit auch auf uns hat, kann anfangen anders zu handeln und mit zu helfen, dass unsere Artenvielfalt (Biodiversität) erhalten bleibt. Plastik braucht 100-1000 Jahre bis es abgebaut ist. Im Vergleich dazu benötigt ein Apfelbutzen wenige Monate, falls dieser nicht vorher schon von Tieren gefressen wird. Zudem sorgt organischer Abfall (pflanzliche Spur) für einen guten Boden, während eine Plastikflasche (menschliche Spur) zwar ganz ursprünglich aus der Natur kommt, vom Menschen aber so stark verändert wurde, dass diese nur negative Auswirkungen auf alle Lebewesen hat.

Die Christian-Morgenstern-Schule veranstaltete im Mai 2017 eine Umwelt-Projektwoche, in der es u.a. auch um Müll und Plastik geht. Kurz vor den Ferien soll es eine von der Schule organisiertes Rama Dama am Ammersee geben. Deshalb beschäftigte uns die Frage, wie wir unsere täglichen Müllspuren vermeiden bzw. ihn gut entsorgen können. D.h. wir machten uns bei unserem Ausflug auf Spurensuche, und zwar nicht nur von Tieren und Pflanzen, sondern auch von Menschen. Anschließend schaute sich jede Gruppe eine Spur genauer an.

Hier wurden von den einzelnen Gruppen einige Fundstücke näher betrachtet:

  1. Die Nerf Patrone besteht aus Plastik. Plastik wird aus dem Rohstoff Erdöl hergestellt. Die Patrone wird für eine Spielzeugpistole verwendet. Bleibt diese Patrone in der Natur liegen, so kann es bis zu 100 Jahre dauern, bis sie verrottet ist. Deshalb wirft man sie besser in die Mülltonne.
  2. Eine Fahrradpedale besteht aus Plastik und aus Metall. Das Plastik wird aus Erdöl hergestellt. Der Rohstoff für Metall kommt auch aus der Erde, wird zusammengeschmolzen und neu verarbeitet. Entsorgen kann man die Pedale entweder auf dem Wertstoffhof, damit die einzelnen Materialien wieder verwertet werden oder in den Restmüll.
  3. Eine Glasscherbe besteht vorwiegend aus Sand und wird u.a für die Herstellung von Glasflaschen verwendet. Die Verrottungszeit ist bis zu 4000 Jahre. Für die Entsorgung gibt es Glascontainer, in dem das Glas in Farben sortiert werden kann. Diese wird nach einer Reinigung und Nachsortierung, Deckel und Papier entfernt und wieder eingeschmolzen, um neue Flaschen daraus herzustellen.
  4. Ein Feuerzeug besteht vorwiegend aus Plastik, aber auch aus einem Zünder aus Metall oder einem Zündstein und der Inhalt ist Benzin, Propan oder Butan. Volle Feuerzeuge bringt man zum Wertstoffhof oder zum Wertstoffmobil. Leere Feuerzeuge entsorgt man in der Restmülltonne. Das Material wird leider nicht mehr wieder verwertet.
  5. Die Landkarte besteht aus Papier und Farben. Der Rohstoff ist Holz von den Bäumen. „Damit kann man in Ländern spazieren gehen“. Die Verrottungszeit von Papier liegt zwischen einem halben und 5 Jahre. Entsorgen kann man sie im Papiermüll.

(Die Verrottungszeiten sind abhängig von den Temperaturen, vorhandenen Mikroorganismen und anderen Umwelteinflüssen. Deshalb können die Werte nur als Richtwerte angesehen werden. Hier ist eine Quelle für Verrottungszeiten zu finden unter: klasse-klima.de => S.33)

Bei unserem Nachtreffen wurde noch folgende Fragen bearbeitet:

Warum sollten wir versuchen Müll zu vermeiden?

  • Weil es nicht gut für Natur und die Lebewesen ist.
  • Die Tiere nehmen den Müll auf und können daran sterben.

Warum ist es wichtig, dass unsere Artenvielfalt (Biodiversität) erhalten bleibt?

  • Damit unser Nahrungskreislauf und die Nahrungskette erhalten bleibt.
  • Wenn eine Art ausstirbt, habe andere nichts mehr zu essen.
  • Wenn der Feind fehlt und eine Art breitet sich zu sehr aus, kann dies auch nicht gut für die Natur sein.
  • Wenn die Pflanzen aussterben, haben wir keinen Sauerstoff mehr zum Leben

Welchen Beitrag können wir dazu leisten?

  • Versuchen Verpackungen und Plastik einzusparen.
  • Beim Einkaufen eigenen Taschen mitnehmen.
  • Statt mit dem Auto mit dem Fahrrad oder mit dem Bus fahren.
  • Soweit möglich selber Obst und Gemüse anbauen oder sich mit Gemeinschaftsgärten zusammen tun.

Vielen Dank an die Schüler und Schülerinnen für die aktive Spurensuche und ein Dankeschön an die Klassenlehrerin für die Zusammenarbeit. Hier sind die Ergebnisse der einzelnen Gruppen des Ausflugstages zu sehen und zu hören:

Gruppe MA:

Sie fotografierten
1) ein abgesägter Baum (Menschenspur) 2) Bach fließt durch einen Zaun (Menschenspur) 3) ein Baumstamm am Wasser (Pflanzenspur) 4) eine Schnecke auf einem Blatt (Tierspur) 5) Fraßspuren auf Blättern (Tierspuren) 6) Vögel am Himmel (Tierspur) 7) ein Blick in den Mülleimer (Menschenspur)

Das 8.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: ein Schiff auf dem Wasser (Menschenspur) => Auswirkungen: Abgase =schlechte Luft, Lärm = Aufschrecken der Tiere auf und unter Wasser, Wellenbewegung im Wasser = hat keine konkreten Auswirkungen auf das Leben im und auf dem Wasser.

Team cream:

Sie fotografierten
1) ein Stück lackiertes Holz (Menschenspur) 2) eine Glasscherbe (Menschenspuren) 3) Muscheln (Tierspur) 4) abgestorbener Baum (Pflanzenspur) 5) eine Feder (Tierspur) 6) eine alte Silvesterrakete (Menschenspur) 7) Schrift in einem Baum (Menschenspur)

Das 1.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Das lackierte Holz gibt bei der Verottung Schadstoffe an das Wasser bzw. der Erde ab, das den Lebewesen in direkter Umgebung schaden kann. Da das Stück Holz nicht so groß war, macht das sicherlich nicht so viel aus, da sich diese Stoffe schnell verteilen und im Wasser verdünnen. Richtig ist aber, dass lackierte Gegenstände nichts in der Natur zu suchen haben, sondern extra entsorgt werden müssen.

Hier wird berichtet, was sie sonst noch so entdeckten…

 

Gruppe Sammenfloh:

Sie fotografierten
1) eine Spurensammlung (Menschenspuren) 2) eine Feder (Pflanzenspuren) 3) Schnecke (Tierspur) 4) Baumhaus aus Holz (Menschenspur) 5) Muscheln (Tierspuren) 6) eine Nerf Patrone (Menschenspur)

Das 4.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Das Baumhaus stellt kein Problem für die Natur dar, da es aus Holz besteht.

Sie entdeckten außerdem

 

Gruppe Nike:

Sie fotografierten
1) kleine Boote auf dem Wasser (Menschenspur) 2) Algen, die aus dem Wasser wachsen (Pflanzenspuren) 3) Muschel (Tierspur) 4) Haselnuss (Pflanzenspur) 5) Glasscherbe (Menschenspur)

Das 6.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Kronkorken (Menschenspur) => Auswirkungen: Es besteht leichte Verletzungsgefahr für kleiner Tiere. Das Blech verrostet in ca. 10-100 Jahren. Der Plastikanteil kann zwischen 5-100 Jahre benötigen, vollständig zersetzt zu werden.

Sie entdeckten außerdem
Menschenspuren: Plastikmüll
Tierspuren: Federn
Pflanzenspuren: Holz

Wie kann ich im Alltag Müll vermeiden? Indem ich beim Einkaufen einen Rucksack mitnehme!

Gruppe popcor.ne:

Sie fotografierten
1)  Fließender Bach durch einen Zaun (Menschenspur) 2) Zwei Schnecken auf einem Ast (Tierspur) 3) schaumiges Wasser (Menschenspur) 4) Feuerzeug (Menschenspur) 5) Plastik (Menschenspur) 6) Zwei Schnecken (Tierspur) 7) Vermessungspunkt im Boden (Menschenspur) 8) Blick vom Bach zum See (Wasserpur)

Das 7.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Hierbei handelte es sich um einen Vermessungspunkt aus Plastik, der im Boden fest verankert war. Hat erst einmal keine direkte Auswirkungen auf die Umwelt, hinterlässt aber auf lange Sicht Mikroplastiken und kann von Tieren angenagt werden.

Sie entdeckten außerdem:

 

Welcher Rohstoff wird für Glas verwendet? Ihr könnt hier mal reinschauen!

Gruppe Haribo:

Sie fotografierten
1) ein Taschentuch (Menschenspur) 2) eine Fahrradpedale (Menschenspur) 3) Eine Landkarte (Menschenspur) 4) ein Nagel in einem liegenden Baumstamm (Menschenspur) 5) ein Ball (Menschenspur) 6) junge Blätter eines Farns (Pflanzenspur)

Das 5.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Plastikball = Verrottungszeit 100-1000 Jahre => Auswirkungen: Tiere können den Ball an nagen, davon krank werden oder sterben. Hinterlässt aber auf lange Sicht Mikroplastiken

Gruppe exklusiv:

Sie fotografierten
1) ein Draht (Menschenspur) 2) ein Flaschendeckel (Menschenspuren) 3) eine Glasscherbe (Menschenspur) 4) Plastikverpackung (Menschenspur) 5) eine Schnecke (Tierspur) 6) Taschentuch (Menschenspur)

Das 4.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Plastikverpackung = Verrottungszeit 100-1000 Jahre => Auswirkungen: Tiere können den Ball an nagen, davon krank werden oder sterben. Hinterlässt aber auf lange Sicht Mikroplastiken.

Sie entdeckten außerdem
Menschenspuren: Becher, Lollistab, Rakete
Tierspuren: Muscheln, Feder, angebissener Bambus, Spinne
Pflanzenspuren: Grashalm, Holzstück, Blätter, Weizen

Wie kann ich im Alltag Müll vermeiden? Mehr Sachen ohne Verpackung kaufen. Alles sofort in die Mülltonne. Weniger Plastikflaschen kaufen.

Gruppe Jojole:

Sie fotografierten
1) Muschelscherben (Tierspur) 2) Baumstumpf (Pflanzenspur) 3) Glasscherbe (Menschenspur) 4) Holzstück (Menschenspur) 5) kleine Boote auf dem Ammersee (Menschenspur) 6) ein Zweig im Wasser (Pflanzenspur) 7) Zweig (Pflanzenspur)

Das 2.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Obwohl es sich hierbei um einen Baumstumpf handelt, ist das doch eine Menschenspur. Der Baum wurde irgendwann einmal von einen Menschen abgesägt. Das Sägen an sich hat folgende Auswirkungen = Lärmbelästigung für Tiere und Menschen, schlechte Luft durch die Abgase des Motors. Der Baumstumpf an sich wird irgendwann verrottet sein und bietet jetzt schon für andere Lebewesen einen wertvollen Unterschlupf.

 

Wie kann ich im Alltag Müll vermeiden? Keine Plastiktüten kaufen und Müll recyceln.

Gruppe S.R.K.:

Sie fotografierten
1) eine Muschel (Tierspur) 2) Stein aus Sand und Muscheln (Tierspuren) 3) Nerf Patrone (Menschenspur) 4) Vögel (Tierspur) 5) eine Landkarte (Menschenspur) 6) eine kleine Welle (Wind-/Tier oder Menschenspur) 7) Mülleimer (Menschenspur) 8)  Blick zum Bach (Wasserspur)

Das 2.) Foto wurde in der Nachbesprechung etwas näher betrachtet: Die Landkarte besteht aus Papier und Farben. Der Rohstoff ist Holz von den Bäumen. Die Verrottungszeit von Papier liegt zwischen einem halben und 5 Jahre.

Sie entdeckten außerdem
Menschenspuren: Plastik und halber Stift
Tierspuren: Fliegen und Muscheln
Pflanzenspuren: Steine (?) und Stroh

Wie kann ich im Alltag Müll vermeiden? Plastik vermeiden, Müll in Mülltonnen schmeißen, auf den Markt einkaufen gehen.

 

 

 

 

Quellen:

http://www.vsherrsching.de/

http://www.wie-entsorge-ich-was.de/

http://www.naturreinlich.at/verrottungszeiten/

https://klasse-klima.de/wp-content/uploads/Modul-7-Konsum.pdf

http://www.netzwerk-bioplastik.de/fakten/

http://www.kids-and-science.de/kinderfragen/detailansicht/datum/2009/11/23/wie-wird-glas-hergestellt.html

Weitere Quellen findest Du im Quellenverzeichnis auf dieser Webseite.

3 Kommentare

  1. Vielen herzlichen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für uns genommen haben. Es war toll, mit den Tablets zu arbeiten! Wir hatten viel Spaß als Umweltreporter.
    Bis bald, Ihre Klasse 4b aus Herrsching mit Frau Stupp-Dörr

  2. lele von jojole

    Ja das war wirklich toll so etwas am Ammersee zu machen! Als Kind ist das Arbeiten mit Tablets ja sehr interessant. Außerdem war es supercool, dass wir (fast) bis nach Wartaweil gewandert sind. Wir hatten alle Spaß beim Suchen, Finden, Säubern und allen anderen Sachen.👍👍👍😀

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